Quelle: http://blickfaenger.net/article/articleprint/74/-1/40/


Restaurierungs- und Kirchenmalerarbeiten
Auf einen viel älteren Bau aus dem 10. Jh. und unter Einbeziehung originaler Bauteile einer Pfarrkirche aus dem 13. Jh. wurde die heutige Evangelische Kirche St. Johannis 1467 erbaut. 1723 erfolgte die Erhöhung des Langhauses, 1798 eine Turmerhöhung mit Bau der Zwiebelhaube. Die Fresken entstanden 1467, Kanzel, Orgel und Emporen um 1723 bis 1745, der Altar 1844. Epitaphien aus dem 14. bis 19. Jh., das wertvollste Holzepitaph im Chor von 1555.
Im Zuge der Trockenlegung der Kirche fanden 2015/16 die Kirchenmalerarbeiten einschließlich der Restaurierungsarbeiten an der Innenausstattung statt.


Chor, Zustand vor der Restaurierung


Durchgeführte Maßnahmen:
- Befunduntersuchung an allen relevanten Bauteilen
- Rissbehandlung und Putzausbesserungen
- Entfernen von Verunreinigungen und nicht haftende Altanstriche an Wand- und Deckenflächen sowie dem Stuckprofil bis auf die Erstfassung
- Neubeschichtung auf neuem Kalkputz sowie Erneuerungsbeschichtung auf tragfähigem Altputz
- Reinigung und Festigung der gotischen Deckenrippen der Chordecke
- Reinigung, Retusche und Auffrischung der Freskomalerei an Chorwände
- Überarbeitung der Wandmalerei (Festigung, Schimmelbehandlung)
- Überarbeitung der Holzbauteile (Bänke, Innentüren, Treppenteile mit Geländer), Brüstungselemente sowie der Orgelfassung
- Auffrischung der Vergoldung
- Reinigung der Innenausstattung wie Taufstein, Kruzifix, Kanzel, Kronleuchter etc.


Blick in den Chor nach der Restaurierung


Blick zur Kanzel


Orgel und Emporen nach der Restaurierung



Ein für die Gemeinde unerwarteter Fund kam bei den Probefreilegungen an der Turmtür zum Vorschein. Die Füllungsfelder der Turmtür, die bereits bei der letzten Renovierung der Kirche in den 80-er Jahren auf dem Brennholzhaufen lag, bargen ein besonderes Zeugnis der langen Geschichte der Kirche. Wir stießen auf Renaissancemalereien, die in schönster Kalligraphie ausgeführt worden waren.
In der unteren Türfüllung wird eine Inschrift nach Johannes 8, Vers 47, in der oberen Psalm 51 zitiert, datiert mit der Jahreszahl 1674.


Herr thue
meine Lippe auf
daß mein Mund
deine Ruhm vkün
dige. Psal. 51

Anno Christi
16 74



Wer aus Gott
Ist der höret
Gottes
Wort. Joh.






Mechanische Freilegungsarbeiten mit Skalpell und Kopflupe


Detail


Freigelegtes oberes Innenfeld der Turmtür


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