2023 erstellten wir ein Gutachten zur Baugeschichte mit restauratorischer Voruntersuchung, vertieften uns in die Bauforschung mit Baualterskartierung, stellten Inventarlisten für die Mühle, Tür- und Fensterlisten für alle auf dem Hof befindlichen Gebäude zusammen.
Die erstmals 1415 schriftlich erwähnte Mühle in Zöpen, die dem Gutsbesitzer zugeschrieben wurde, brannte am 22. Januar 1760 nieder. Ursache war der Versuch, eine eingefrorene Öltonne aufzutauen.
Im selben Jahr erfolgte ein weitaus prächtiger und größerer Wiederaufbau. Mühle und Müllerwohnhaus werden um 1760, das Wohnhaus um 1860 und das Tor um 1870 datiert. Im Erdgeschoss des Wohnhauses, einer ehemaligen Bohlenstube, ist ein Türstock erhalten, der die Initialen: 17 F.A.P. 60 trägt. Tobien Platzer ist damals der Zöpische Müller.
Julius Ferdinand Schwarzburger wird 1865 neuer Eigentümer. Eine rege Bautätigkeit beginnt: Der Torbogen am Mühleneingang wird errichtet. Er trägt heute noch die Initialen J.F.S. 1870.
Bis 1997 existierte das Familienunternehmen „Werner Schulze – Mühle Zöpen“ und produzierte Mehlsorten der Typen 1105 Roggen, 404, 630 und 812 Weizen. Die letzten Eigentümer waren Rudolf und Fritz Schulze sowie Hannelore Pfau.
Es wurde ein umfassendes Raumbuch erstellt und erste Sondagen an bauzeitlichen Elementen zur Klärung der Datierung durchgeführt. Danach erfolgte die restauratorische Befunduntersuchung in ausgewählten Räumen und die Aufnahme der Ergebnisse. Die Ergebnisse der dendrochronologischen Untersuchung, durchgeführt vom zuständigen Referat beim Landesamt für Denkmalpflege Sachsen in Dresden, fließen in die Baualterspläne ein.